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Lesen hilft, den eigenen Weg zu finden: Ein kleiner Gang mit Sara Otto durch das Jugendbuch

Das Setting: Zwei Cappuccino, zwei Menschen, viele Bücher

Sie ist gerade eben zurück aus Portugal: Ich sitze mit Sara Otto im Wernhers im Nebenan. Wir sprechen übers Wandern, über das Gehen und das Lesen. Und über das Jugendbuch. Sara leitet das Kinder- und Jugendbuch im Buchladen. Auch Science-Fiction und Fantasy gehören dazu. Wie schon von Guido für die Literatur möchte ich von Sara wissen, worum es ihrer Wahrnehmung nach momentan im Jugendbuch geht. Welche Themen werden verhandelt? Gibt es einen bestimmten Sound im aktuellen Jugendbuch?

„Über Bücher können so viele Gespräche entstehen!“

Und man merkt Sara gut an, dass sie während ihrer Wanderungen durch Portugal einige dieser Gespräche hatte. Sie erzählt, dass es ihr ein Anliegen ist, genau das zu vermitteln: Dass man über Bücher miteinander in Kontakt kommen kann. Aber auch: Dass man mit sich selbst in Kontakt kommen kann. Lesen kann geradezu befreiend wirken, denn durch Geschichten und das Hineinversetzen in andere Menschen, Verhältnisse und Zeiten eröffnen sich Möglichkeiten und Ideen, wie Leben sein kann. Das kommt gerade im Jugendbuch zum Tragen, wenn es gilt, sich einen eigenen Weg zu suchen, für eigene Ideen und Vorstellungen einzustehen und Selbstwirksamkeit zu erfahren.

Da sind wir dann auch bei den Büchern, die Sara zuletzt besonders auffielen. Weiterlesen »

Gesammelte Werke: Ein Blick nach Georgien und auf alltägliche Wunder

Folge den Buchstaben: Georgia Made By Characters

Vor einigen Tagen suchten Bloggerinnen und Blogger die Hauptstadt von Georgien heim. Im Rahmen einer Blogger- und Pressereise erkundeten sie auf Einladung des diesjährigen Ehrengastes der Frankfurter Buchmesse Tbilisi (Tiflis) und die georgische Literatur.  Schon die ersten Beiträge ließen uns an der Forschungsreise etwas fernwehkrank teilnehmen, wenn der literarische Nerd Florian Valerius, Karla Paul aka Buchkolumne oder Matthias Warkus bei 54books von den Begegnungen mit georgischen Schriftstellerinnen und Schriftstellern erzählten und die Stadt, sich selbst nebst Mitreisenden in ausgesprochen schöner Kulisse inszenierten.

Im Blog von Stefan Mesch und anhand der Bilder im Facebook-Account des Bücher Magazins lässt sich erahnen, dass die Reisegruppe bestens beschäftigt war. Und wer einige Eindrücke im Bewegtbild sehen und hören möchte, findet diese sowohl bei Stefan Mesch auf Youtube  (die Musik, toll!) wie auch im Video-Beitrag von Stehlblüten.

Schon seit einer Weile lassen sich in Social Media die Vorbereitungen des Ehrengastes verfolgen: Bei Instagram, TwitterYoutube und Facebook. Das alles und die vielen angekündigten und bereits erschienen Bücher macht uns sehr neugierig auf Georgien als Gastland. Lesen bringt Menschen zusammen.

Lesen verbindet. Lesen hilft.

Davon sind wir auch überzeugt. Dass nicht jedes Bemühen um mehr Lesende glückt – ja. Leander Steinkopfs Artikel in der ZEIT beginnt kritisch, prangert unehrliche oder nicht zutreffende Werbung fürs Buch an und kippt dann endgültig: In Liebe zum Lesen. Und wir freuen uns über anerkennende Sätze:

Es liegt in der Natur des Buches, dass es schwierig, ja strapaziös ist, eines zu finden, das einem richtig gefällt. Es gibt nicht viele Güter, die unter hohem Zeitaufwand komplett konsumiert werden müssen, bevor ein verlässliches Urteil über ihre Qualität gefällt werden kann – oder über ihre Passung. Buchhändlerinnen und Kritikerinnen befassen sich mit dem Problem. Die Händlerin, die ihre Kunden kennt, entwickelt ihre Instinkte, vollbringt damit alltägliche Wunder.

„Damals war ich fünfzehn, …

und an diesem Tag wurde mir bewusst: eine Buchhandlung enttäuscht dich nie, sie ist dein Freund.“

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Eine Frage der Verhältnisse: Ein kleiner Gang mit Guido Krey durch die Belletristik

„Es passiert eigentlich nicht viel – außer das ganze Leben!“

Ein vergnüglicher Moment des gegenseiten Einvernehmens, als ich mit Guido Krey nebenan im Wernhers saß. Guido ist der Mann für die Belletristik im Buchladen. Für unseren Buchladenblog wollte ich von ihm wissen, worum es seiner Wahrnehmung nach in der Literatur geht. Welches sind die großen Themen in dieser Kunstform, die oftmals Seismograph der Gesellschaft ist?

 

Wie leben wir? Wollen wir das so?

Drei Bücher lagen vor uns. Zwei davon stehen exemplarisch für eine Reihe von Romanen, die sich mit den bestehenden Verhältnissen und deren Sinnhaftigkeit beschäftigen: Hochdeutschland von Alexander Schimmelbusch (Tropen Verlag) und So enden wir von Daniel Galera (Suhrkamp, aus dem brasilianischen Portugiesisch übersetzt von Nicolai von Schweder-Schreiner).

Während Alexander Schimmelbusch von einem Investmentbanker aus dem Taunus erzählt, der das System in Frage stellt und von Revolution träumt, treffen wir in Daniel Galeras Roman auf drei Freunde, die einst, Ende der 90er, Anfanger der 2000er Jahre, an die demokratische, freiheitliche Kraft des Internets glaubten und sich nun am Grab eines Freundes im Rückblick auf die letzten Jahren Fragen nach Freundschaft, Nähe, Erfolg, Hoffnung und Scheitern stellen. Muss alles so sein, wie es ist? Oder geht es auch anders? Was gibt dem Leben Halt, wenn das Wünschen nicht mehr hilft?

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Der erste Satz: Aufschlag fürs Buchladenblog

Ilsebill salzte nach. In einem Wettbewerb um den schönsten ersten Satz wurde dieser Satz zum Sieger gekürt. Erste Sätze: Wieviele davon mögen wir bereits gelesen haben?

Jeder unserer Buchtipps beginnt mit einem ersten Satz: Die Stadt Allora war für zwei Dinge berühmt: Das erste waren ihre fliegenden Fische und das zweite die Schönheit ihrer gewundenen Gassen. Unter dem Hashtag #Buchbeginn findet man bei Twitter etliche erste Sätze, schillernde und schimmernde Köder für Lesende auf der Suche nach Stoff.

Der erste Satz kann magisch sein.

Er kann neugierig machen oder auflachen lassen – bis man sich daran erinnert, dass dies ein düsterer Krimi ist, der so beginnt: Wir nennen es Sonnentor – das dunkle Loch mitten im Felsen, in das Papa uns wirft, wenn wir nicht artig waren. Im ungünstigsten Fall ist der erste Satz belanglos und man liest rasch darüber hinweg, bis man an die Stelle kommt, an der man aussteigt oder an der es kein Zurück gibt. Man wartet auf diesen einen entscheidenden Satz. Worauf warten Sie?

Ilsebill salzte nach.

Wir leihen uns von Günter Grass aus seinem Roman Der Butt diesen ersten Satz für unser Buchladenblog. Und lassen fortan viele weitere Sätze folgen. Neben Facebook, Twitter und Instagram bringen wir nun #Buchladenliebe auch bloggend zu Euch in digitale Leben. Vor Ort dann live und in Farbe.

Und dieser erste Satz führt hin zu einem Gespräch in unserem nächsten Beitrag, in dem wir mit unserem Guido Krey einen Gang in die Belletristik unternehmen werden: An einem Vormittag im Januar 1539 wurde in dem Dorf Artigues Hochzeit gefeiert.

Wer schreibt hier eigentlich?

Mein Name ist Wibke Ladwig und vielleicht sind wir uns im Buchladen oder in der digitalen Nachbarschaft schon einmal begegnet. Lange Jahre bin ich dem Buchladen freundschaftlich verbunden. Bei Veranstaltungen übernehme ich hin und wieder den Instagram-Account @buchnippes. Und das ein oder andere Mal durfte ich Veranstaltungen über Lyrik moderieren. Und nun schreibe ich hier ins Buchladenblog.