Monats-Archiv: Mai 2018

Eine Frage der Verhältnisse: Ein kleiner Gang mit Guido Krey durch die Belletristik

„Es passiert eigentlich nicht viel – außer das ganze Leben!“

Ein vergnüglicher Moment des gegenseiten Einvernehmens, als ich mit Guido Krey nebenan im Wernhers saß. Guido ist der Mann für die Belletristik im Buchladen. Für unseren Buchladenblog wollte ich von ihm wissen, worum es seiner Wahrnehmung nach in der Literatur geht. Welches sind die großen Themen in dieser Kunstform, die oftmals Seismograph der Gesellschaft ist?

 

Wie leben wir? Wollen wir das so?

Drei Bücher lagen vor uns. Zwei davon stehen exemplarisch für eine Reihe von Romanen, die sich mit den bestehenden Verhältnissen und deren Sinnhaftigkeit beschäftigen: Hochdeutschland von Alexander Schimmelbusch (Tropen Verlag) und So enden wir von Daniel Galera (Suhrkamp, aus dem brasilianischen Portugiesisch übersetzt von Nicolai von Schweder-Schreiner).

Während Alexander Schimmelbusch von einem Investmentbanker aus dem Taunus erzählt, der das System in Frage stellt und von Revolution träumt, treffen wir in Daniel Galeras Roman auf drei Freunde, die einst, Ende der 90er, Anfanger der 2000er Jahre, an die demokratische, freiheitliche Kraft des Internets glaubten und sich nun am Grab eines Freundes im Rückblick auf die letzten Jahren Fragen nach Freundschaft, Nähe, Erfolg, Hoffnung und Scheitern stellen. Muss alles so sein, wie es ist? Oder geht es auch anders? Was gibt dem Leben Halt, wenn das Wünschen nicht mehr hilft?

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Der erste Satz: Aufschlag fürs Buchladenblog

Ilsebill salzte nach. In einem Wettbewerb um den schönsten ersten Satz wurde dieser Satz zum Sieger gekürt. Erste Sätze: Wieviele davon mögen wir bereits gelesen haben?

Jeder unserer Buchtipps beginnt mit einem ersten Satz: Die Stadt Allora war für zwei Dinge berühmt: Das erste waren ihre fliegenden Fische und das zweite die Schönheit ihrer gewundenen Gassen. Unter dem Hashtag #Buchbeginn findet man bei Twitter etliche erste Sätze, schillernde und schimmernde Köder für Lesende auf der Suche nach Stoff.

Der erste Satz kann magisch sein.

Er kann neugierig machen oder auflachen lassen – bis man sich daran erinnert, dass dies ein düsterer Krimi ist, der so beginnt: Wir nennen es Sonnentor – das dunkle Loch mitten im Felsen, in das Papa uns wirft, wenn wir nicht artig waren. Im ungünstigsten Fall ist der erste Satz belanglos und man liest rasch darüber hinweg, bis man an die Stelle kommt, an der man aussteigt oder an der es kein Zurück gibt. Man wartet auf diesen einen entscheidenden Satz. Worauf warten Sie?

Ilsebill salzte nach.

Wir leihen uns von Günter Grass aus seinem Roman Der Butt diesen ersten Satz für unser Buchladenblog. Und lassen fortan viele weitere Sätze folgen. Neben Facebook, Twitter und Instagram bringen wir nun #Buchladenliebe auch bloggend zu Euch in digitale Leben. Vor Ort dann live und in Farbe.

Und dieser erste Satz führt hin zu einem Gespräch in unserem nächsten Beitrag, in dem wir mit unserem Guido Krey einen Gang in die Belletristik unternehmen werden: An einem Vormittag im Januar 1539 wurde in dem Dorf Artigues Hochzeit gefeiert.

Wer schreibt hier eigentlich?

Mein Name ist Wibke Ladwig und vielleicht sind wir uns im Buchladen oder in der digitalen Nachbarschaft schon einmal begegnet. Lange Jahre bin ich dem Buchladen freundschaftlich verbunden. Bei Veranstaltungen übernehme ich hin und wieder den Instagram-Account @buchnippes. Und das ein oder andere Mal durfte ich Veranstaltungen über Lyrik moderieren. Und nun schreibe ich hier ins Buchladenblog.