«Red Pill»

«Red Pill»

Hari Kunzru «Red Pill»

Guido Krey

Ein Tipp von Guido Krey

Mit der Ankunft des namenlosen Ich-Erzählers am winterlichen Wannsee, wo er als Stipendiat einer Berliner Kulturstiftung einen mehrmonatigen Aufenthalt antritt, um an einem Buch zu arbeiten, beginnt der Roman. Der Protagonist, abgestoßen von den rigiden Regeln der Stiftung, gibt sich als Einzelgänger. Auf seinen Wanderungen in der Umgebung stößt er auf die Grabstätte des Romantikers Heinrich von Kleist. Im Internet streamt er sich durch eine ultrabrutale US-Polizeiserie, deren Erfinder er in Berlin kennen lernt. In dem Amerikaner Anton materialisiert sich die Fratze der Neuen-Rechten. Das Buch erfasst die Ohnmacht des Intellektuellen angesichts neuer rechter Narrative. Ein Abgesang auf die unbekümmerte Ahnungslosigkeit liberaler Eliten. Unbedingt lesenswert! Die Übersetzung kommt aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence.


und das sagt der Verlag dazu:


Verschwörungstheoretiker und die Alt-Right-Bewegung, die Punkszene in der DDR, Heinrich von Kleist und die amerikanische Präsidentschaft: Hari Kunzru lässt verschiedene Welten aufeinanderprallen, um eine Vermessung unserer bedrohten Gegenwart vorzunehmen. Ein Roman am Puls der Zeit.
Ein amerikanischer Schriftsteller erhält ein Stipendium für den Aufenthalt an einer Berliner Kulturstiftung. Das renommierte Deuter-Zentrum fühlt sich den Werten von Offenheit und Transparenz verpflichtet, er jedoch empfindet die rigiden Regeln der Akademie als Eingriff in seine Privatsphäre. Er sondert sich ab, unternimmt ausgedehnte Spaziergänge am Wannsee, liest Kleist und streamt sich durch alle Folgen einer ultrabrutalen Fernsehserie namens »Blue Lives«. Auf einer Gala anlässlich der Berliner Filmfestspiele lernt er den Schöpfer der Serie kennen, einen jungen Amerikaner namens Anton, der sich rasch als reaktionärer Agitator entpuppt und eine unerklärliche Faszination auf ihn ausübt. Sind die konspirativen Codes und Signale, die er in Antons Serie zu erkennen glaubt, geheime Nachrichten an ihn? Ist er der Einzige, der Anton auf seinem Kreuzzug zur Verbreitung identitärer Werte aufhalten kann? Oder bildet er sich das alles nur ein? Nach und nach wird aus seinen quälenden Fragen echte Besessenheit, und er folgt Anton quer durch Europa, um ihn zu stellen … Mit »Red Pill« führt uns Hari Kunzru die Selbstvergessenheit liberaler Demokratien vor Augen. Eindringlich schildert er, welchen Gefahren sich unsere Gesellschaft im digitalen Zeitalter aussetzt, wenn sie, von der eigenen Unfehlbarkeit überzeugt, radikale Kräfte gewähren lässt. Denn zum autoritären Staat ist es immer nur ein kleiner Schritt.

Liebeskind · 352 Seiten · ISBN 978-3-95438-134-0 · 2021

22 EUR (inkl. 7% MwSt.)

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