Der Roman erzählt die Geschichte von Adrian Reiter – 1901 in der Nähe von Salzburg geboren -, der per Axt von seinem Vater für den Ersten Weltkrieg untauglich geschlagen wird und doch bestimmt der Krieg sein weiteres Leben: In den 1920er Jahren sucht er die Nähe der in seinem Heimatort isoliert untergebrachten Kriegsversehrten, ab 1938 fügt er sich als Lehrer dem Kurs der Nazi-Diktatur und erlebt nach dem Krieg in England eine unverhoffte Liebe. Adrian verkörpert als klassischer Mitläufer das Versagen einer von Krieg, Schuld und Scham beherrschten Gesellschaft.
Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstreins überwältigender neuer Roman – nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026
Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes Leben zerbrechlich in diesem Roman, der mit einem Axthieb beginnt: Adrians Vater macht ihn als Jugendlichen untauglich für den Ersten Weltkrieg, rettet ihn so vielleicht. Der störrische, zärtliche Mensch, der von da an durch über achtzig Lebensjahre hinkt, ist das Wunder dieses Erzählens. Adrian sieht zweimal seine Welt untergehen, hat zweimal mit jungen Männern zu tun, die weniger Glück hatten als er, und erlebt im Alter die unverhoffte Liebesgeschichte eines Mannes, der zu allem erzogen wurde, bloß nicht zum Lieben. Wie leben im Schatten der Kriege und des Tötens? Mit einem furchtlosen Blick in die Vergangenheit stellt sich »Im ersten Licht« dieser großen Frage der Gegenwart.